seit 1905

Handwerk als Kunst betrachtet

Firmengeschichte

Starkenburger Echo vom 14. Juli 2005, geschrieben von Jutta Hermanowsk
Es gibt Läden, die üben eine Sogwirkung aus. Ein solches Geschäft ist die Heppenheimer Kunst- und Rahmenhandlung Meinberg. Wer sie betritt, findet zunächst eine reiche Auswahl an Büro- und Künstlerbedarf, Wechselrahmen, Zeitungen, Zeitschriften, Briefpapier und Glückwunschkarten. Wer seiner Neugier folgt, sieht sich Hunderten von Rahmenleisten gegenüber: Ein Kaleidoskop aus Farben und Formen - einfach, verschnörkelt aus Holz und aus Metall. Im Regal gegenüber drängen sich Passepartouts, und der Betrachter wundert sich, wie viele verschiedene Arten von Weiß es doch gibt. Wer noch ein Stückchen weiter vordringt, gelangt ins Reich der schönen Künste: Aquarelle, Ölgemälde, Zeichnungen, Stiche, und Radierungen, Kunstdrucke und Poster.

Beim Stöbern verfliegt die Zeit. Auf dem Weg zurück in den vorderen Teil des Ladens fällt der Blick in die Unterwelt. Dort befindet sich die Werkstatt des Bilderrahmers und Buchbinders Ernst Meinberg. Gerade kommt er die Treppe herauf. Erkennungszeichen: grauer Kittel, kaum zu bändigende Haarbracht und ein unbestechlicher Blick für Form und Farbe. Meinberg ist mehr als ein perfekter Handwerker. Seine Rahmen drängen sich nie in den Vordergrund, sie wollen vielmehr die Wirkung des Bildes verstärken. Stammkunden wissen diese Unaufdringlichkeit zu schätzen - auch bei der Beratung. Sein Großvater jedenfalls wäre stolz auf ihn gewesen, zumal Ernst Meinberg die Geschicke des Geschäfts im hundertsten Jahr lenkt.



1905

Besagter Großvater, der Heppenheimer Johann Schäfer XI, übernahm 1905 die Buchbinderei Franz Merkel an der Marktstraße 2. Er hatte das Handwerk beim Buchbindermeister Anton Kring an der Bogengasse gelernt. Nach neun Jahren in der Fremde und selbst zum Buchbindermeister avanciert, machte er sich daheim selbständig. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung konnte Johann Schäfer einen Laden angliedern. Seine Geschäftszweige waren Buchbinderei, Einrahmungen und der Verkauf von Devotionalien.

Zeitungsausschnitte

Blick ins Archiv

Geschäftsübernahme

16. Mai 1905
Geschäftsübergabe und Empfehlung. Einem geehrten Publikum von hier und Umgebung die ergebene Mitteilung, daß ich die von Herrn Merkel seither betriebene Buchbinderei übernommen habe und vom 21 d. Mts. im Merkelschen Hause, Marktstraße 2, in derselben Weise weiterführen werde. Da es mein Bestreben sein wird, die mich beehrenden Kunden aufs beste zu bedienen, so bitte ich, das Herrn Merkel seither geschenkte Vertrauen auch auf mich gütigst übertragen zu wollen.

Heppenheim, den 16. Mai 1905.
Hochachtungsvoll Joh. Schäfer, Buchbinder.

Begebung von Bauarbeiten

16. September 1927
Die für den Durchbruch der Marktstrasse - Friedrichstrasse (durch die Hofseite Johann Schäfer XI.) erforderlichen Erd-, Maurer-, Eisen-, Beton-, Steinmetz-, Zimmerer-, Dachdecker-, Spengler-, Schreiner-, Glaser-, Schlosser- und Installationsarbeiten und die Arbeiten für die elektr. Lichtanlagen und Lieferung von Granitstufen sollen öffentlich vergeben werden.
Voranschlag und Bedingungen liegen im Stadtbauamt zur Einsicht der Interessenten offen, wo auch Angebotsformulare erhältlich sind.
Angebote sind bis Donnerstag, den 22. Sept. ds. Js., vormittags 11 Uhr Rathaus Zimmer Nr. 6 einzureichen. Frei Auswahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. (4551

Heppenheim, den 16. September 1927.
Der Bürgermeister Schiffers.

Geschäftsübergabe

1. Januar 1956


50 Jahre BUCHBINDEREI EINRAHMUNGEN PAPIER- und SCHREIBWAREN

An meine werten Kunden! Nunmehr sind 50 Jahre vergangen, seitdem ich meine Buchbinderei eröffnet habe. Es waren Jahre der Mühe und Arbeit, bis das Geschäft zur jetzigen Größe gewachsen ist. Mit dem heutigen Tage übergebe ich das Geschäft meinem Schwiegersohn Ernst Meinberg und hoffe, dass auch Sie ihm das Vertrauen entgegenbringen, welches Sie mir gegenüber all die langen Jahre schenkten. Dafür spreche ich Ihnen meinen besonderen Dank aus. JOHANN SCHÄFER
Werter Kunde! Mit dem heutigen Tage übernehme ich das Geschäft meines Schwiegervaters PAPIERHANDLUNG UND BUCHBINDEREI JOHANN SCHÄFER. Wie Ihnen ja bekannt, bin ich schon lange Zeit im Geschäft mit tätig. Es wird mein Bestreben sein, Sie auch weiterhin in der gewohnten Weise zu Ihrer vollen Zufriedenheit zu bedienen.

ERNST MEINBERG Heppenheim a.d.B., 1. Januar 1956
WIR WÜNSCHEN EIN GUTES NEUES JAHR!

Altangesehenes Heppenheimer Fachgeschäft

Heimt-Dorf: Samstag, den 7. Januar 1956
Heppenheim. Wie bereits gemeldet, hat am 1. Januar der Buchbindermeister Ernst Meinberg das Geschäft seines Schwiegervaters, des Buchbinders Johann Schäfer XI. übernommen. Er führt damit die Tradition fort, die Johann Schäfer im Juni 1905 begründete, indem er das im Hause Marktstraße 2 befindliche Geschäft von Franz Merkel übernahm, das später in den Besitz der Friseurmeisters Kintlein.
Das 50-jährige Bestehen des Geschäfts, das demnach bereits im vorigen Sommer hätte gefeiert werden können, wurde seinerzeit nicht bekanntgemacht, weil es mit der Geschäftsübergabe verbunden werden sollte. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung der Werkstatt konnte Johann Schäfer einen Laden angliedern. Das zweite Domizil fand er im Hause Marktstraße 13, dass damals Heckmann und Nitsche gehörte. Aber erst im dritten Hause wurde er endgültig sesshaft. Es war ungefähr acht Jahre später, als er das Franksche Haus, das ehemalige Gashaus ,,Zur Sonne“, bei einer Versteigerung käuflich erwarb. In ihm blieb er bis auf den heutigen Tag. Den Plan, das Gebäude für seine Zwecke umzugestalten, musste er freilich wegen des Krieges verschieben, der ein Jahr später ausbrach und ihn 1915 zu den Fahnen rief. Noch im selben Jahre wurde er in Russland schwer verwundet und nach der Entlassung aus dem Lazarett zur Heimattruppe abkommandiert. Zuletzt tat er Dienst beim Meldeamt Heppenheim.
Auch nach dem Kriege verzögerte sich der Umbau noch, da mit ihm ein Durchbruch von der Markt- zur Friedrichstrasse verbunden sein sollte. Erst im Jahre 1927 war es soweit. Die Verbindung wurde geschaffen, und das Haus selbst bekam einen Laden mit Schaufenstern. Seitdem hat sich das Geschäft gut entwickelt und genießt heute wie ehedem einen vorzüglichen Ruf als Buchbinderei, Papierhandlung und Werkstatt für Einrahmungen.
Johann Schäfer ist alter Heppenheimer. Er hat hier beim Buchbindermeister Kring in der Bogengasse gelernt, war dann neuen Jahre in der Fremde, bis er sich daheim selbständig machte. In Ernst Meinberg hat er einen Nachfolger gefunden, der nicht nur bei ihm gelernt hat, sondern bis auf kurze Pausen seit 1931 ununterbrochen bei ihm tätig war. Mit seiner Wertarbeit und seiner künstlerischen Buchgestaltung hat sich Ernst Meinberg einen Namen gemacht, und das Ansehen des altbewährten Geschäfts und seines ehemaligen Inhabers wird auf das glücklichste ergänzt durch das Ansehen, das der neue Inhaber genießt.

100 Jahre

Starkenburger Echo: Dienstag 19. Juli 2005
Traditionsreich: Mit einer knusprigen 100 und weiteren Geschenken gratulierten Wirtschaftsvereinigung und Werbegemeinschaft der Heppenheimer Kunst- und Rahmenhandlung Meinberg am Samstag zum Geschäftsjubiläum. Unser Bild zeigt (von links): Ernst Meinberg und Tochter Theresa, den Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung Dieter Löffler, Matthias Meinberg und seine Mutter Felizitas, den Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Willi Kaufmann, und den stellvertretenden Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung, Michael Rhein.
Foto: Lutz Igiel

1927

Nach einigem Hick-Hack war es soweit, und das Haus bekam 1927 einen Laden mit Schaufenstern. Von der ursprünglichen Bausubstanz freilich blieb nicht allzu viel übrig. Kurioserweise hat ausgerechnet der frühere Tanzsaal im ersten Stock überlebt, unter dem der Torbogen gebrochen wurde. Neu dazu kam als dekoratives Element das allseits bekannte Türmchen, das im Laufe der Jahrzehnte von einer architektonischen Attrappe zum Wohnraum umfunktioniert wurde.

Hätten seinerzeit die Pläne von Dr. Heinrich Winter verwirklicht werden können, die Heppenheims Stadtarchivar Harald E. Jöst unlängst ausgegraben hat, wäre das neue Tor zur Altstadt bei weitem prachtvoller ausgefallen, mit zwei Türmen links und rechts und einer von Säulen strukturierten Front. Aber es sollte nicht sein.

Gleichwohl entwickelte sich Schäfers Geschäft gut und genoss einen vorzüglichen Ruf als Buchbinderei Papierhandlung und Werkstatt für Einrahmungen. Vor allem die Buchbinderei florierte. In Zeiten, als es noch keine Leitz-Ordner, geschweige denn Fotokopierer oder Computer gab, herrschte großer Bedarf. Firmen ließen Handbücher fertigen, Ämter ihre Akten und Agenden binden. Auch die "Südhessische Post" war Kundin. Und in Zeiten, in denen Bücher viel Geld kosteten, lohnte es sich, sie vom Fachmann restaurieren zu lassen.



1956

In dem Buchbindermeister Ernst Meinberg senior, seinem Schwiegersohn, dem er das Geschäft am 1. Januar 1956 übergab, fand Schäfer einen Nachfolger, der das Ansehen des Betriebes mehrte. Meinberg senior machte sich nicht zuletzt durch künstlerische Buchgestaltung einen Namen. Das hat Ernst Meinberg junior, der das Geschäft seit 1978 führt, von im gelernt. Wenngleich er sich mit Grausen an seinen ersten Goldschnitt erinnert. "Ich war gerade mit der Arbeit fertig und hatte das Buch zum Trocknen beiseite gelegt, als eine Kundin den Laden betrat und mit den Worten 'Ach, ist das schön' mit dem Daumen über den Schnitt fuhr. Damit hatte sie alles ruiniert". Der Junge weinte bitterlich.

Ansonsten sind die Lehrjahre des heutigen Geschäftsinhabers von Erfolg geprägt. Seine Ausbildung in der Darmstädter Buchbinderei Rehbein schloss er als Kammerbezirkssieger ab. Wie schon sein Vater, der 1997 verstarb, hat Ernst Meinberg Bücher von bleibendem - besser steigendem - Wert geschaffen. Denn die Arbeit an Büchern mit ausgeklügelten Bindungen und besonderen Einbänden ist ausgesprochen aufwendig. Mit der heutigen Massenware Buch hat solches Handwerkskunst natürlich nichts gemein. Von Hand gebundene Bücher sind für die Ewigkeit geschaffen.

Ehrenmappen

Mit ihrem Können haben zwei Generationen Meinberg die Verwalter von Kreis und Kommunen beeindruckt. Wenn ein prominenter oder verdienter Mensch geehrt werden soll, kommt meist der Name Meinberg ins Spiel. Wie der Vater, versteht sich auch der Sohn auf das Anfertigen so genannter Ehrenmappen. Wenn jemand zum Ehrenbürger ernannt wird oder eine ähnlich hohe Auszeichnung erhält, drückt man ihm nicht einfach die Urkunde in die Hand.

Solche aufwendig kalligrafierten Schriftstücke verlangen nach einem repräsentativen Behältnis. Das ist die Ehrenmappe, in der Regel aus Leder gefertigt und entweder mit reliefartigen Motiven wie Wappen oder Gebäuden oder aber mit geprägten Ornamenten verziert.

Ehrenbürgerbrief

der Stadt Heppenheim von 1947
DER RAT DER STADT HEPPENHEIM A.D.B. ERNENNT DURCH EINSTIMMIGEN BESCHLUSS DEN UM DAS GESUNDHEITLICHE WOHL DER BEVÖLKERUNG IN ÜBER 50 JAHREN TÄTIGKEIT HOCHVERDIENTEN SANITÄTSRAT DR. OTTO FERRARI ZUM EHRENBÜRGER DER STADT, WORÜBER DIESE URKUNDE ERGEHT.

Heppenheim, den 20. Februar 1947

DER BÜRGERMEISTER

Danksagung

der Stadt Heppenheim von 1948
DIE STADT HEPPENHEIM AN DER BERGSTRASSE DANKT IHREM FERNEN SOHNE, HERRN FERDINAND FEUERBACH FÜR SEINE HOCHHERZIGE SPENDE MIT DER ER IN DER ZEIT GRÖßTER NOT SEINE EINSTIGEN MITBÜRGER AUF DAS SCHÖNSTE BEGLÜCKTE.

Heppenheim a.d.B. Oktober 1948

DER BÜRGERMEISTER

Ehrenbürgerecht

der Stadt Heppenheim von 1954
DIE KREISSTADT HEPPENHEIM A.D.B. VERLEIT AUF EINSTIMMIGEN BESCHLUSS DER STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG AM 7. SEPTEMBER 1954 FRAU ELISE FILLAUER ANLÄßLICH IHRES 100. GEBURTSTAGES IN ANERKENNUNG IHRER ALLZEIT REGEN ANTEILNAHME AM GESCHEHEN DER KREISSTADT DAS EHRENBÜRGERRECHT.

Heppenheim, am 7. September 1954

DIE STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG, MÜLLER STADTVERORDNETENVORSTEHER

DER MAGISTRAT, METZENDORF BÜRGERMEISTER

Ehrenbürgerrecht

der Stadt Heppenheim von 1955
DIE KREISSTADT HEPPENHEIM A.D.B. VERLEIHT AUF EINSTIMMIGEN BESCHLUSS DER STADTVERORNETENVERSAMMLUNG VOM 25.8.1955 HERRN FERDINAND FEUERBACH ANLÄßLICH SEINES SECHUNDSIEBZIGSTEN GEBURTSTAGS IN ARERKENNUNG SEINER BESONDEREN VERDIENSTE UM DIE PFLEGE DES DEUTSCHEN LIEDES IN SEINER WAHLHEIMAL AMERIKA SOWIE SEINER GROßZÜGIGEN HILFSAKTION FÜR DIE ÄRMSTEN SEINER VATERSTADT HEPPENHEIM IN DEUTSCHLANDS SCHWERSTER NOTZEIT, DAS EHRENBÜRGERRECHT.

Heppenheim, am 25. August 1955

DIE STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG, MÜLLER STADTVERORDNETENVORSTEHER

DER MAGISTRAT, METZENDORF BÜRGERMEISTER

Ehrenbürgerrecht

der Stadt Heppenheim von 1963
DIE KREISSTADT HEPPENHEIM A.D.B. VERLEIT AUF EINSTIMMIGEN BESCHLUSS DER STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG VOM 17. JULI 1963 HERRN DR. LUDWIG OBERNDORF IN ANERKENNUNG DER GROßEN VERDIENSTE, DIE ER SICH ALS LANGJÄHRIGER CHEFREDAKTEUR DER GRÖßTEN DEUTSCHSPRACHIGEN ZEITUNG IN DEN VEREINIGTEN STAATEN UM DIE DEUTSCH-AMERIKANISCHE WIEDERVERSÖHNUNG NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG ERWARB, UND IN WÜRDIGUNG DER ENGEN VERBUNDENHEIT MIT SEINER VATERSTADT HEPPENHEIM, DAS EHRENBÜRGERRECHT.

Heppenheim, am 17. Juli 1693

DIE STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG - DER MAGISTRAT

METZENDORF BÜRGERMEISTER

Ehrenplakette

des Kreises Bergstrasse von 1970
IN WÜRDIGUNG SEINER BESONDEREN VERDIENSTE UM DEN KREIS BERGSTRASSE WIRD HERRN WOLFGANG SCHWABE MDB VERSITZENDER DES KREISTAGES DES KREISES BERGSTRASSE DIE EHRENPLAKETTE DES KREISES BERGSTRASSE VERLIEHEN. DIESE EHRUNG ERFOLGT AUF VORSCHLAG DES KREISAUSSCHUSSES DURCH BESCHLUSS DES KREISTAGES.

Heppenheim am 5. Oktober 1970.

FÜR DEN KREISTAG - - - STELLVERTRETENDE VORSITZENDE.

FÜR DEN KREISAUSSCHUß DR. LOMMEL LANDRAT.

Verschwisterungsurkunde

der Stadt Heppenheim mit Kaltern von 1971
DIE MARKTGEMEINDE KALTERN AN DER SÜDTIROLER WEINSTRASSE UND DIE KREISSTADT HEPPENHEIM A.D. BERGSTRASSE WOLLEN DIE BESTEHENDEN VERBINDUNGEN ZU ECHTER FREUNDSCHAFT ZUM WOHLE IHRER BÜRGER VERTIEFEN. DESHALB HABEN DIE STADTVERORNETENVERSAMMLUNG VON HEPPENHEIM UND DER GEMEINDERAT VON KALTERN BESCHLOSSEN EIN PARTNERSCHAFT ZU SCHLIESSEN. DIE PARTNERSCHAFT SOLL DAS GEMEINSAME IN KULTUR UND WIRTSCHAFT PFLEGEN UND DAS EIGENSTÄMDIGE DEM ANDEREN NAHEBRINGEN UND VERSTÄNDLICH MACHEN. MÖGE DIE VERBINDUNG DER BEIDEN GEMEINDEN MENSCHLICHE FREUNDSCHAFTEN KNÜPFEN UND ZUM VERSTÄNDNIS BEITRAGEN, DASS DIE VÖLKER EUROPAS NUR EINE GEMEINSAME ZUKUNFT HABEN, DIE VOM FREUNDLICHEN ZUSAMMENSPIEL ALLER NATIONEN UND VOLKSGRUPPEN GESTALTET WIRD, DIE IN IHRER EIGENART IHR BESTES FÜR DAS GEMEINSAME WOHL LEISTEN WOLLEN. Kaltern/Heppenheim, den 18. September 1971.

Verschwisterungsurkunde

der Stadt Heppenheim mit Le Chesnay von 1975
ARTE DE JUMELAGE
PERSUADÉS QUE L'AMITIÉ ENTRE LES PEUPLES NE PEUT EXISTER QUE SI ELLE EST PROMUE PAE LES CITOYENS EUX MÊMES ET CONSCIENTS DU PASSÉ COMMUN AINSI QUE DES DEVOIRS D'AVENIR DANS UNE EUROPE UNIE, LE CONSEIL MUNICIPAL DU CHESNAY ET L'ASSEMBLÉE DES REPRÉSENTANTS DE HEPPENHEIM ONT DÉCIDÉ LA CREATION D'UN JUMELAGE. LE JUMELAGE SE DOIT D'ENTRETENIR LES USAGES COMMUNS ANCRÉS DANS NOTRE CIVILISATION OCCIDENTALE, ET PERMETTRE LA DÉCOUVERTE ET LA COMPRÉHENSION DES PARTICULARITÉS EXISTANTES ENTRE NOS COMMUNAUTÉS RESPECTIVES. BUISSE CE JUMELAGE DAS DEUX VILLES CONTRIBUER À UNE AMITIE ET UNE COMPRÉHENSION MUTUELLE DURABLE, AFIN QUE LE SORT DES PEUPLES EUROPÉES SOIT DETERMINE PAR UNE COOPÉRATION DE TOUTES LES NATIONS AVEC UN OBJECTIF DE TOLERANCE, D'ESTIME ET DE PAIX.

Heppenheim/Le Chesnay, le 30.5.1975.

Gertrud-Eysoldt-Ring

der Stadt Bensheim von 1987
AUF VORSCHLAG DER DEUTSCHEN AKADEMIE DER DARSTELLENDEN KÜNST VERLEIT DIE STADT BENSHEIM ÜBER DIE "JOHANNA-, FREIDRICH WILHELM- UND WILL- RINGELBAND-STIFTUNG 1986 ERSTMALS DEN GERTRUD-EYSOLDT-RING AN DORIS SCHADE FÜR IHRE HERVORRAGENDE LEISTUNG ALS HEKABE IN DEN "TROERINNEN DES EURIPIDES" VON WALTER JENS AN DEN MÜNCHNER KAMMERSPIELEN IN DER INSZENIERUNG VON GEORGE TABORI.

Bensheim, den 18. Januar 1987

DIE JURY DER AKADEMIE

DER MAGISTRAT DER STADT BENSHEIM, GEORG STOLLE, BÜRGERMEISTER

FÜR DAS PRÄSIDIUM DER DEUTSCHEN AKADEMIE DER DARSTELLENDEN KÜNSTE
Die Originale halten die Empfänger - hoffentlich - in Ehren, doch Ernst Meinberg hat jede dieser Mappen fotografiert. Mit berechtigtem Stolz zeigt er sie vor: Die Verschwisterungsurkunde mit der französischen Partnerstadt Le Chesnay (1975), das Urkundenbehältnis für Gracia Patricia von Monaco, auch bekannt als Grace Kelly, deren Großmutter bekanntlich in der Kreisstadt wohnte, und die Mappen für viele - nicht nur Heppenheimer - Ehrenbürger. Zum Schluss das Etui für Buber-Enkelin Judith Buber-Agassi, die 2004 die Ehrenbürgerrechte der Kreisstadt erhielt. Sie anzufertigen hat Ernst Meinberg besonders gefreut, denn sein Großvater Johann Schäfer und der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber waren befreundet. "Die Tradition der Ehrenmappen würde ich gern beibehalten", sagt Ernst Meinberg.

So illuster wie die Reihe der Geehrten ist auch die Riege der Künstler, die bei Meinberg rahmen ließen und lassen. Zu den Stammkunden zählten der von Ernst Meinberg junior hoch geschätzte Hans Kohl, dessen Schwiegersohn Karl Busch, Vala Lamberger, Heinz Soell, Rudo Schwarz oder Herbert Haydin. Sie leben alle nicht mehr. Quicklebendig dagegen sind Lothar Griesbach, Mario Derra oder Ernst Meinbergs Bruder Hans-Werner, dessen Werke regelmäßig in den Schaufenstern am Wormser Tor 4 ausgestellt werden. Mit den verfremdeten Motiven gehen Ur-Heppenheimer nicht immer ganz konform, wie Hans-Werner Meinberg augenzwinkernd anmerkt.

Kreativität ist bei den Meinbergs durchaus Familiensache. Auch wenn Matthias, der älteste Sohn von Ernst und Felizitas Meinberg, eine kaufmännische Ausbildung absolviert und mit besten Noten beendet hat. Bilderrahmer ist heutzutage kein Lehrberuf mehr und die Buchbinderei kaum noch gefragt. Aber das macht nichts: In seinem Vater hatte Matthias einen vorzüglichen Lehrmeister. Zur Familie gehören außerdem Sohn Martin und Tochter Theresa. Genügend Nachfolger also, um den Familienbetrieb auch im zweiten Jahrhundert florieren zu lassen.

Historische Stadtansichten
So sah es mal in Heppenheim aus.
Johann Schäfer Marktstrasse, heute Wohnungen

Johann Schäfer Marktstrasse, heute Wohnungen

Gasthaus Zur Sonne am Graben, heute Wormser Tor

Gasthaus Zur Sonne am Graben, heute Wormser Tor

Gasthaus Zur Sonne, heute Wormser Tor

Gasthaus Zur Sonne, heute Wormser Tor

Altstadt, Wormser Tor, Dom

Altstadt, Wormser Tor, Dom

Links die Stadtmühle, heute Kleiner Markt

Links die Stadtmühle, heute Kleiner Markt

Bachgasse & Stadtmühle, heute Friedrichstraße und Fußgängerzone

Bachgasse & Stadtmühle, heute Friedrichstraße und Fußgängerzone

Johann Schäfer Graben - Umbau & Abriss der Stadtmühle

Johann Schäfer Graben - Umbau & Abriss der Stadtmühle

Jakob Rödel am Kleinen Markt mit Marktbrunnen

Jakob Rödel am Kleinen Markt mit Marktbrunnen

Gasthaus Zum Ritter, heute Starkenburgpassage

Gasthaus Zum Ritter, heute Starkenburgpassage

Gasthaus Zum Ochsen mit Metzgerei

Gasthaus Zum Ochsen mit Metzgerei

Graben

Graben

Graben, heute Fastnachtsbrunnen und Parkplätze

Graben, heute Fastnachtsbrunnen und Parkplätze

Eis Rivie

Eis Rivie

Einsenwaren Georg Hamel, heute Biomarkt Marktstrasse

Einsenwaren Georg Hamel, heute Biomarkt Marktstrasse

Obst und Gemüse Dorn Fußgängerzone

Obst und Gemüse Dorn Fußgängerzone

Öffnungszeiten

Mo.
Di.
Mi.
Do.
Fr.
Sa.
8.30 - 12.30 & 14.30 - 18.30 Uhr
8.30 - 12.30 & 14.30 - 18.30 Uhr
8.30 - 12.30 Uhr
8.30 - 12.30 & 14.30 - 18.30 Uhr
8.30 - 12.30 & 14.30 - 18.30 Uhr
8.30 - 13.00 Uhr

Kontakt

ERNST MEINBERG
Inh. Matthias Meinberg
Wormser Tor 4
D-64646 Heppenheim

+49 (06252) 2553